Materialien | Holzschutz

Holz kann durch Fäulnispilze, Insektenfraß und Feuer zerstört werden. Pilze bilden sich bei einer Feuchtigkeit von >20%.

Baulicher Holzschutz:

Die effizienteste Holzschutzart ist der Bauliche Holzschutz!

Das ist die Bewahrung des Holzes durch konstruktive und physikalische Maßnahmen. Schutz gegen Feuchtezunahme durch Spritz-, Tau- oder Niederschlagswasser kann man durch folgende Maßnahmen erreichen:
  • ausreichende Dachüberstände
  • ausreichende Dachentwässerung
  • Ausschalten von Spritzwasser (OK Erdreich bis Abstand UK Holz >=30cm)
  • Schrägschnitt oder Abdeckung von Hirnholzoberflächen
  • Sperrpappe einlegen gegen aufsteigende Feuchtigkeit
  • Anordnung von Wassernasen
  • Ausreichende Luftzirkulation in Feuchträumen
  • Abdichtung von Verbindungsstellen
Baulicher Holzschutz am Glockenturm




Chemischer Holzschutz:

Chemische Holzschutzmaßnahmen sind nach DIN 68800 T3 erforderlich für Holz das durch Pilze oder Insektenbefall gefährdet ist.

Zuordnung von Holzbauteilen in Gefährdungsklassen:

Gefährdungsklasse 0 Innen verbautes Holz mit normalem Wohnklima das gegen Insektenbefall allseitig abgedeckt ist oder zum Raum hin so offen ist, dass es kontrollierbar bleibt
Gefährdungsklasse 1 Innen verbautes Holz, die Luftfeuchte ist <70% und die Holzfeuchte <20%
Gefährdungsklasse 2 Innen verbautes Holz, die Luftfeuchte ist >70% (Nassräume), Aussenbauteile die nicht der direkten Witterung ausgesetzt sind
Gefährdungsklasse 3 Innen verbautes Holz, die Luftfeuchte ist >70% und Spritzwasser ausgesetzt, Aussenbauteile die der Witterung ausgesetzt sind
Gefährdungsklasse 4 Holz das dauerndem Erdkontakt oder ständig starkem Süsswasserkontakt ausgesetzt ist.

Holzschutzmittel werden vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin geprüft.

Ihre Bezeichnungen sind:
P = wirksam gegen Pilze
Iv = wirksame Vorbeugung gegen Insekten
W = auch für Holz geeignet, das der Witterung ausgesetzt ist
E = auch für Holz geeignet, das extremer Beanspruchung ausgesetzt ist (Erdkontakt und in ständigem Kontakt mit Wasser)

 

Verwendung des Chemischen Holzschutzes in den Gefährdungsklassen:

Gefährdungsklasse 0 keine Holzschutzmittel erforderlich
Gefährdungsklasse 1 Insektenvorbeugend (Iv)
Gefährdungsklasse 2 Insektenvorbeugend, pilzwidrig (Iv, P)
Gefährdungsklasse 3 Insektenvorbeugend, pilzwidrig, witterungsbeständig
(Iv, P, W)
Gefährdungsklasse 4 Insektenvorbeugend, pilzwidrig, witterungsbeständig, Moderfäulewidrig (Iv, P, W, E)





Brandschutz

Anforderungen an den Brandschutz sind in den Landesbauordnungen in Verbindung mit DIN 4102 Brandschutz im Hochbau geregelt.

Holz ist ein organischer Baustoff und ist brennbar, kann aber durch genügend großer Abmessung eine Feuerwiderstandsdauer von 30 min und länger erreichen. Meist werden die Abmessungen schon durch den Mindestquerschnitt für das Statische System erreicht. Ausnahme sind sehr schlanke Bauteile.

Holz hat die günstige Eigenschaft, dass durch Verkohlung der Außenzone sich eine Schutzschicht bildet, die wegen ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit das weitere Abbrennen erheblich verzögert.

 

Die Baustoffklassen sind:

A aus nicht brennbaren Baustoffen (z.B.: Beton, Ziegel,...)
AB in wesentlichen Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen
B brennbare Baustoffe auch für wesentliche Teile zulassig
B1 aus schwerentflammbaren Baustoffen
B2 aus normalentflammbaren Baustoffen (z.B.: Holz)

Um die Tragfähigkeit im Brandfall zu gewährleisten werden die Bauteile in Feuerwiderstandsklassen eingeteilt:

Kurzbezeichnung bauaufsichtliche Benennung Benennung nach DIN 4102
F30-B
F60-B
feuerhemmend Feuerwiderstandsklasse F30, F60
F30-AB
F60-AB
feuerhemmend und in
wesentlichen Teilen aus nicht
brennbaren Baustoffen
Feuerwiderstandsklasse F30, F60
und in wesentlichen Teilen aus nicht
brennbaren Baustoffen
F30-A
F60-A
feuerhemmend und aus nicht
brennbaren Baustoffen
Feuerwiderstandsklasse F30, F60
und aus nicht brennbaren Baustoffen
F90-B
F90-AB
F90-A
feuerbeständig Feuerwiderstandsklasse F90